Joshua Abuaku: Meine Saison 2021

Joshua Abuaku, (c) Nico Leissner

– Ein Bericht von Joshua Abuaku
– Fotos von Nico Leissner (Pressedienst Eintracht Frankfurt) –

Nach einem schwierigen Jahr 2020, welches natürlich in erster Linie von der Pandemie bestimmt war, setzte das Jahr 2021 nochmals alles auf Anfang.

Mit der Verschiebung der Olympischen Spiele wurde der Traum einer Teilnahme aufgeschoben, jedoch nicht aufgehoben. Relativ zügig nach der Bestätigung, dass die Spiele aller Voraussicht nach im Jahr 2021 stattfinden sollen, war für mich klar, dass ich diese Chance mit dem Beginn der Vorbereitung im Herbst 2020 zu 100% nutzen werde.

Die Vorbereitung auf die Wettkampfsaison 2021 lief von Anfang an nach Plan. So hatten wir wenig Störungen in unserer Vorbereitung, konnten als Berufssportler glücklicherweise die Sportanlagen unter besonderen Auflagen nutzen und waren sogar dazu in der Lage Lehrgänge unter guten Klimabedingungen (auch hier alles unter strengen Corona-Auflagen) auf der Insel La Palma zu absolvieren. Die Grundlage für eine erfolgreiche Saison 2021 war geschaffen.

Meine Ausgangsposition für die Qualifikation zu den Olympischen Spielen war im Vorfeld nicht schlecht. Neben dem üblichen Weg, sich über eine Qualifikationszeit von 48,90 Sekunden oder schneller einen begehrten Platz zu sichern, gibt es noch die Möglichkeit sich über das sogenannte Worldranking zu qualifizieren. Der Qualifikationszeitraum endet am 29.06.2021 und 40 Startplätze werden vergeben. Meine aktuelle Position auf Platz 34 (stand 22.06.2021) stimmt mich hoffnungsvoll doch bis zum Ende ist alles offen.

Joshua Abuaku, (c) Nico Leissner

Joshua Abuaku, (c) Nico Leissner

Zuversichtlich startete ich in die neue Wettkampfsaison! In meinen ersten Wettkämpfen fiel es mir allerdings schwer die Leistung abzurufen, die meinen aktuellen Trainingsstand widerspiegeln sollten und die Ergebnisse waren relativ ernüchternd. Erst im dritten Wettkampf der Saison konnte ich mit neuer Saisonbestleistung von 50,46 Sekunden und dem Sieg beim Internationalen Meeting in Rehlingen zeigen, was diesen Sommer noch möglich ist.

Nächste Station waren die diesjährigen deutschen Meisterschaften in Braunschweig. Hier reiste ich mit der zweitbesten Meldezeit an, sodass die Zielstellung ganz klar war – eine Medaille am Wochenende gewinnen, am liebsten natürlich Gold! Nach einem sehr kontrollierten und soliden Vorlauf in 50,68 Sekunden war ich voller Zuversicht für den nächsten Tag, auch wenn die Konkurrenz an diesem Wochenende stark war.

Der Finallauf lief dann entgegen meinen Erwartungen: 50,85 Sekunden und der „bittere“ 4. Platz. Rückblickend kann ich sagen, dass ich etwas zu verbissen in das Rennen gegangen bin und mir die nötige Lockerheit für den Lauf fehlte. Abhaken. Weitermachen.

Aber wie heißt es so schön, nach jedem Tief kommt auch wieder ein Hoch. In meinem Falle eine Woche später bei einem internationalen Wettkampf in Genf. Da bin ich bereits in den vergangenen Jahren am Start gewesen und wusste insofern, dass sowohl die Bedingungen als auch die Konkurrenz sehr stark sein werden. Der Lauf zeigte nun endlich den Aufwärtstrend, sodass ich mit einer neuen Saisonbestleistung von 49,93 Sekunden insgesamt den 8. Platz belegte. Zeiten unter 50 Sekunden sind immer etwas Besonderes – zumindest für mich. Eine bessere Platzierung hätte ich mir zwar gewünscht, da mich dieser Wettkampf im Hinblick auf das Worldranking noch ein paar Plätze nach vorne hätte bringen können, aber auch so konnte ich zufrieden und mit gestärktem Selbstbewusstsein wieder nach Hause fahren.

Der letzte absolvierte Wettkampf liegt nun erst wenige Tage zurück. Die alljährlich stattfindende Sparkassen Gala in Regensburg. Auch dieser Wettkampf wieder mit guter Konkurrenz. Neben mir waren auch der Zweit platzierte (Emil Agyekum, SCC Berlin) und Drittplatzierte (meines Vereines und Trainingskollege Luke Campbell, Eintracht Frankfurt) der deutschen Meisterschaft mit am Start und somit fast eine Wiederholung des DM Finales (Constantin Preis, VFL Sindelfingen, deutscher Meister, verzichtete auf den Wettkampf, da er die Qualifikationsnorm für Tokio bereits erfüllt hat).

Zu meiner Zufriedenheit lief das Rennen in Regensburg um einiges besser als das DM Finale.

Ich konnte meinen Rhythmus wie geplant durchlaufen und war auch zum Ende des Rennens in der Lage, meine letzten Kräfte zu mobilisieren. Mit einer neuen Saisonbestleistung von 49,63 Sekunden und einem knappen Sieg vor Luke Campbell konnte ich endlich meinen Trainingsstand bestätigen.

Joshua Abuaku, (c) Nico Leissner

Joshua Abuaku, (c) Nico Leissner

Mit meinem 3. besten 400m Hürden Ergebnis, gehe ich positiv gestimmt in die kommenden Tage und Wochen.

Nun bleiben nur noch wenige Tage, bis ich weiß, ob es letztendlich für die Olympischen Spiele in Tokio reicht. Ein Lebenstraum, den ich mir unbedingt erfüllen möchte! Stand heute (22.06.2021) wäre ich dabei. Aber nun heißt es vorerst noch geduldig bleiben. Mit etwas Glück gibt es in der kommenden Woche vielleicht noch eine letzte Chance bei einem Wettkampf in Luzern starten zu dürfen, um einerseits die Norm und meine persönliche Bestleistung anzugreifen aber auch um meine Position im Worldranking zu verteidigen. Leider gibt es für den Wettkampf aber aktuell noch keine Bestätigung.

Dennoch bin ich sehr zuversichtlich, dass sich der Traum von einer Teilnahme bei den Olympischen Spielen in Tokio dieses Jahr erfüllt. Falls es klappt, werde ich den Juli für eine intensive Vorbereitung in Form eines Trainingslagers nutzen, um in meiner besten Form an den Start gehen zu können.

Bis dahin heißt es allerdings noch geduldig sein….

Sobald ich mehr weiß, gibt es sicher nochmal Neuigkeiten von mir! Bis dahin erstmal alles Gute!

Euer Joshua

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